Naturbrand

In einigen Fällen ist jedoch eine genauere Betrachtung des tatsächlichen Brandverlaufs notwendig. Dies trifft insbesondere auf die Evakuierung und Verrauchungssimulationen zu. Darüber hinaus führt eine genauere Betrachtung des zu erwartenden Brandes in der Regel zu einer wirtschaftlicheren Bemessung gegenüber der konservativen Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK). Ein wichtiges Beispiel hierfür sind Stahlrahmen für Industriehallen. Wichtige Eingangsparameter für die Brandsimulation sind die Brandlasten sowie die Ventilation im jeweiligen Gebäude.

Jeder Brand verläuft unterschiedlich. Dennoch kann eine Charakterisierung durch die verschiedenen Phasen eines Brandes erfolgen. Prinzipiell lassen sich Entwicklungs- und Vollbrand unterscheiden. In der untenstehenden Abbildung ist zu sehen, dass hier ein wesentlicher Unterschied zur Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK) besteht, da diese künstliche Brandraumkurve niemals abklingt und vergleichsweise hohe Brandraumtemperaturen vorherrschen. Somit liegt es auf der Hand, dass es deutlich wirtschaftlicher ist, eine Konstruktion auf der Grundlage der tatsächlich vorhandenen Brandlasten (also eines Naturbrandes) anstatt mit der ETK nachzuweisen.

Vergleich der Brandraumtemperaturen infolge der ETK und eines Naturbrandes.

Die Entwicklungsphase eines Brandes zeichnet sich durch relativ geringe Brandraumtemperaturen aus, da erst ein Bruchteil der vorhandenen Brandlast entzündet ist. Allerdings kommt es nach der anfänglichen Entzündungsphase zu einer merklichen Erhöhung der Temperaturen auf ca. 50 bis 100°C. Diese Phase wird als Schwelbrand bezeichnet. In der Entwicklungsphase eines Brandes ist das Verhalten der brennbaren Baustoffe bestimmend.

Nach Überschreiten einer kritischen Temperatur bildet sich der Entwicklungsbrand zu einem Vollbrand aus. Dies wird durch den sog. Flashover initiiert, da die Temperaturen im Brandraum so hoch sind, dass nunmehr ein Großteil der vorhandenen Brand-last entzündet wird und eine große Menge an thermischer Energie freigesetzt wird. Das Auftreten des Flashovers ist allerdings nicht zwangsläufig. So fehlt dieser charakteristische Punkt insbesondere bei kleineren Brandlasten. In der Ausbreitungsphase steigen die Temperaturen schnell an. Anschließend wird die Abklingphase eingeleitet, bei dem die Temperaturen sinken.

In der Vollbrandphase ist für den weiteren Brandverlauf vor allen Dingen das Verhalten der nichtbrennbaren Baustoffe von Interesse, da dieses über den Verlust der Tragfähigkeit und über den Raumabschluss entscheidet. Ein Brand kann entweder durch die vorhandene Brandlast (brandlastgesteuert) oder durch das Sauerstoffangebot (ventilationsgesteuert) limitiert werden.

Unsere Leistung

Als Sachverständige für Brandschutz freuen wir uns darauf, geeignete Naturbrandszenarien für Ihr Projekt zu untersuchen. Für die Brandsimulation nutzen wir je nach Aufgabenstellung sog. Zonen- oder Feldmodelle. Die ermittelten Brandraumtemperaturen können wir für die Heißbemessung verwenden, um die Wirtschaftlichkeit Ihres Projekts zu erhöhen.

Unverbindliche Erstberatung

Am besten Sie rufen uns jetzt direkt an und schildern uns Ihre konkrete Aufgabenstellung. Oder Sie schicken uns eine E-Mail mit Ihren Projektdaten. Hilfreich sind Grundrisse, Ansichten und Schnitte des jeweiligen Bauvorhabens, die wir selbstverständlich vertraulich behandeln. Falls vorhanden, ist auch ein Brandschutzkonzept hilfreich. Auf dieser Grundlage können wir die Rahmenbedingungen besprechen und Ihnen ein attraktives Angebot erstellen.