Die Hydrokarbon-Brandkurve nach EN 1991-1-2

Anwendungsgebiet der Hydrokarbon-Brandkurve

Gegenüber der im Bauwesen üblicherweise verwendeten Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK) zeichnet sich die Hydrokarbon-Brandkurve durch nochmals höhere Brandraumtemperaturen aus (s. Bild unten). Dies gilt insbesondere für den Beginn des Brandes, da die Temperaturen deutlich schneller ansteigen. Bei längeren Branddauern von mehr als 120 Minuten erreichen sowohl die Hydrokarbon-Brandkurve als auch die ETK Temperaturen von mehr als 1100°C.

Die Hydrokarbon-Brandkurve wird angesetzt, wenn Flüssigkeitsbrände zu befürchten sind, z.B. in Industrieanlagen (Chemie), auf Schiffen, Pontons, Ölplattformen, Straßen- und Eisenbahntunneln sowie für Benzin- und Diesellachenbrände. Weitere Informationen sind auch in der Veröffentlichung Brandkurven für den baulichen Brandschutz von Straßentunneln der Bundesanstalt für Straßenwesen zu finden.

Diagramm der Hydrokarbon-Brandkurve.
Abbildung 1: Temperaturen infolge der RABT-Tunnelbrandkurve in Abhängigkeit von der Zeit.

Vereinfachte Nachweise für den Brandschutz mit der Hydrokarbon-Brandkurve?

Die "heißen" Eurocodes EN1992-1-2 (Betonbau), EN1993-1-2 (Stahlbau), EN1994-1-2 (Verbundbau) sowie EN1995-1-2 (Holzbau) stellen für die Heißbemessung von Stützen und Trägern teilweise vereinfachte Bemessungstabellen für gängige Querschnittstypen zur Verfügung. Diese basieren jeweils auf der Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK). Somit ist eine Anwendung dieser Bemessungstabellen nicht zulässig.

Wie wir Ihnen helfen können

Für Bauteile unter Hydrokarbon-Brandbeanspruchung bietet sich eine Bemessung mit speziellen Programmen für die Heißbemessung an, die wir Ihnen kurzfristig erstellen können. Die Dokumentation der Heißbemessung enthält die wesentlichen Informationen zur Erwärmung des Querschnittes, der Feuerwiderstandsdauer des Bauteils sowie den Verformungen. Weitere Leistungen können natürlich in Abstimmung mit Ihnen erbracht werden.

In der Abbildung oben sehen Sie beispielhaft eine einseitige Temperaturbeanspruchung einer Stahlbetonwand infolge der Hydrokarbon-Brandkurve. Aus der Abbildung wird deutlich, dass bei ausreichend gewählter Betondeckung hohe Feuerwiderstandsdauern möglich sind.